In einem offenen Gespräch in der Fernforest Reporting Station in Brampton beleuchtet Mandy Johnston, Superintendentin des Rettungsdienstes von Peel, die laufenden Bemühungen zur Bekämpfung von Gewalt im Rettungsdienst. Das Programm „External Violence Against Peel Paramedics“ (EVAP) unter Johnstons Leitung verändert die Art und Weise, wie gewalttätige Vorfälle gemeldet und im Einsatzfeld angegangen werden.
Eine harte Realität und der Ruf nach Veränderung
Johnston, seit 2005 ein erfahrenes Mitglied des Rettungsdienstes von Peel, verfolgt unermüdlich das Ziel, die Kultur der Gewalt am Arbeitsplatz neu zu gestalten. Johnston enthüllt: „Die Beispiele, die ich dem Gemeinderat und, ehrlich gesagt, jedes Mal, wenn ich mit den Medien spreche, nenne, sind sehr jugendfrei im Vergleich zur Realität, denn was wir erleben, kann nicht einmal veröffentlicht oder in einem Live-Feed gesagt werden.“
Veränderungen durch EVAP fördern
Johnston, an der Spitze des EVAP-Programms, verfügt über aus erster Hand Kenntnisse der erschütternden Situationen, mit denen Rettungskräfte konfrontiert sind. Die Kultur, Gewalt als „Teil des Jobs“ zu akzeptieren, hat sich seit Jahren gehalten, nicht nur in Peel, sondern in der gesamten Branche. Verbale und physische Angriffe sowie Belästigungen haben Rettungskräfte emotional und physisch geschädigt.
Den Status quo infrage stellen
Johnstons unermüdliche Bemühungen haben bereits erste Erfolge gezeigt. EVAP hat eine Plattform geschaffen, auf der Rettungskräfte Gewalttaten dokumentieren können, um das Ausmaß des Problems aufzuzeigen. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2022 meldeten die Rettungskräfte von Peel 249 gewalttätige Vorfälle – mehr als einer pro Tag. Es wird jedoch vermutet, dass viele Fälle aufgrund der entmutigenden Natur des Ansprechens nicht gemeldet werden.
Ein Schritt in Richtung Veränderung: Präventionsstrategien
Johnston erkennt die Komplexität des Problems an und weiß, dass Veränderungen nicht einfach sein werden. Dennoch hat sie gewissenhaft daran gearbeitet, Strategien zur Prävention von Gewalt gegen Rettungskräfte zu entwickeln und umzusetzen. Indem sie 2019 die Bedenken und Geschichten ihrer Kollegen dem Regionalrat mitteilte, stieß Johnston ein wichtiges Gespräch über die Notwendigkeit von Veränderungen an.
Ein Katalysator für Transformation
Johnston erinnert sich an einen entscheidenden Vorfall, der sie dazu veranlasste, die Gründung von EVAP voranzutreiben. Ein Vorfall, bei dem ein Familienmitglied eines Patienten ihren Partner würgte, zeigte die dringende Notwendigkeit auf, Gewalt am Arbeitsplatz anzugehen. Sie kommentiert: „Es war schmerzhaft zu sehen, dass Menschen, die einem am Herzen liegen, auf diese Weise behandelt wurden, aber auch, dass dies so große emotionale oder psychologische Auswirkungen auf sie hatte.“
Der andauernde Kampf
Die beunruhigenden Statistiken unterstreichen nur die Dringlichkeit, das Problem anzugehen. Eine Studie aus dem Jahr 2019 ergab, dass 80 % der Rettungskräfte von Peel am Arbeitsplatz körperliche Gewalt erlebten. Die Untersuchung zeigte auch Fälle von verbalem Missbrauch, Einschüchterung und sexueller Belästigung auf, was ein düsteres Bild der Kultur in der Branche zeichnete.
Empowerment durch Stimme
Johnstons Engagement für Veränderungen hat den Rettungskräften eine Stimme gegeben. Das Meldetool von EVAP hat es den Rettungskräften ermöglicht, ihre Erfahrungen anonym zu teilen und die beunruhigende Realität aufzudecken, der sie täglich begegnen. Insbesondere weibliche Rettungskräfte wurden expliziter und herabwürdigender Sprache ausgesetzt, was eine deutliche Geschlechterungleichheit in der Behandlung von Rettungskräften offenbart.
Ziel ist die Transformation
Trotz der Herausforderungen bleibt Johnston ihrer Mission treu. Die ethische Verantwortung des Berufs, unter allen Umständen Hilfe zu leisten, bringt Rettungskräfte oft in gefährliche Situationen. Doch dies sollte Gewalt nicht entschuldigen. Johnston bekräftigt: „Es ist ein echter Konflikt… Man bekommt gesagt, dass es ein normaler oder erwarteter Teil des Jobs ist und dass nichts dagegen getan werden kann, und man versucht immer noch, die Person zu versorgen, die einem das antut.“
Angesichts der Widrigkeiten setzen Johnston und das EVAP-Programm ihren Weg fort, ein sichereres und respektvolleres Umfeld für Rettungskräfte zu schaffen. Während der Ruf nach Veränderung lauter wird, besteht die Hoffnung, dass systemische Gewalt am Arbeitsplatz in den Rettungsdiensten der Vergangenheit angehören wird.